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% Die Absätze nach ``Hofmeier Standart''
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\begin{document}

\section*{Freiheit am Ende?\\Die drohenden Folgen von Patenten auf
Software}

Leider scheinen die meisten Menschen die Tragweite der aktuellen
politischen Diskussion um Softwarepatente und Urheberrecht bei weitem
zu unterschätzen. Daher will ich hiermit Anregungen zum Nachdenken
geben:

Patente sind, wie wir alle wissen, wichtig um zu verhindern, dass
unsere Ideen und Entwicklungen nachgemacht werden. Allerdings muss mit
Patenten sorgsam umgegangen werden! Stellen Sie sich nur einmal vor,
jemand hätte ein Patent auf den Mauszeiger. Niemand könnte mehr einen
Computer mit der Maus bedienen, ohne einen Obulus an den Patentinhaber
zu zahlen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Patentinhaber bestimmen
kann, wer Programme vermarkten darf, die mit der Maus bedient
werden. Wenn sich Softwarepatente durchsetzen, wird nicht nur freie
GNU/Linux völlig ausgelöscht, sondern sich auch die Monopolisierung
der Wirtschaft verstärken. Denn weder Privatpersonen (u.a. freie
Programmierer von GNU/Linux) noch kleine bis mittelständische
Unternehmen könnten sich die Flut an Patentkosten und deren
Folgekosten (z.B. Erteilung der Patente, Überprüfung auf
Patentverletzungen in eigenen Produkten) leisten. Nur die
Großkonzerne, die genug Anwälte und Geld haben, um ihr Recht
durchzusetzen, profitieren vom neuen Patentrecht.

Wie Sie wissen, liegt der Bildungsstand in der Dritten Welt weit unter
allen vertretbaren Grenzen. Dies ist zum Beispiel dadurch begründet,
dass sich diese Länder die Rechte an Schulbüchern nicht leisten
können. Das Drucken selbst wäre für sie kein Problem.

Durch die Einführung des Digital Right Managements soll es für
Monopolisten noch besser möglich sein, die Verbreitung der Inhalte zu
kontrollieren. Z.B., um das Kopieren von Seiten aus Schulbüchern für
den Unterricht zu unterbinden. Viele öffentliche Institutionen
(u.a. Schulen, Bibliotheken) klagen schon jetzt über die ``engen
Fesseln'' des Urheberrechtes.

Betrachten wir die Zusammensetzung der Preise von Medien wie
z.B. Musik-CDs und Büchern: Nur wenige Prozente des Kaufpreises werden
für Herstellung, Vertrieb und für die Gage der Künstler
aufgewendet. Der große Rest wird von der ``Rechteverwerteindustrie''
beansprucht. Diese kauft Rechte von Urhebern auf, um sie dann
profitbringend ``zu verwerten''.

Warum managt nicht der Staat die Bezahlung der Inhalte -- z.B. über
eine ``geistige Steuer''? Jeder zahlt sie und im Gegenzug hat er
freien Zugriff auf alles Wissen der Welt. Keine
Rechteverwerteindustrie, welche die Inhalte unnötig teuer macht, hat
mehr Zugriff. Wer nach diesem Modell eine gedruckte Version haben
will, zahlt zusätzlich noch die Druckkosten (wenige Euro pro
Buch/CD). Stellen Sie sich nur die Möglichkeiten vor: Jeder kann von
überall aus auf alles Wissen zugreifen! Und diese Entwicklung beginnt
gerade erst.

Kein Rechte Management, mit dem große Monopolisten uns ausbeuten
können und das uns sinnlosen Einschränkungen unterwirft, hätte mehr
Platz.

Beispiel Fachbücher: Die Professoren bekommen Cent-Beträge für ihre
harte Arbeit. Studenten müssen viel für diese Bücher zahlen. Stellen
Sie sich einmal die Möglichkeiten vor, wenn alle wichtigen Bücher über
das Internet verfügbar wären. Mal eben etwas nachlesen, egal von
wo. Als Student müsste ich nicht mehr so viele Bücher herumschleppen.

Bei uns an der Hochschule werden Plattformen zum Online-Lernen
angeboten; leider aber gibt es zu wenig passende Inhalte, weil die
Hochschulen nicht genug Geld haben, die Inhalte zu kaufen.

Nur mal angenommen, es gäbe ein Programm XY mit dem Sie ihre Dokumente
elektronisch schreiben, speichern und austauschen könnten. Das wäre
dann so eine Art ``elektronischer Bleistift''. Probleme gibt es mit
dieser Sache erst, wenn Sie auf dieses Programm XY angewiesen
sind. Dies kann zum Beispiel erreicht werden, indem das ``Schreiben am
Computer'' patentiert ist oder das Programm in den Händen eines
Monopolisten ist, welcher sich Konkurrenten aus dem Weg schafft, indem
er den Datenaustausch verhindert. Dies könnte er durch Patentieren des
Mediums (Netzwerkes, Protokoll) oder durch schützten der Dateien
bzw. des Inhaltes durch Digital Right Management erreichen. Gibt es
allerdings keine Konkurrenten mehr, kann der Monopolist in seine
``allgemeinen Geschäftsbedingungen'' schreiben was er will. So könnten
zum Beispiel negative Äußerungen gegenüber dem Monopolisten
unterbunden werden. Nun haben wir einen ``Bleistift'' mit dem wir aber
nicht mehr schreiben können was wir wollen. So kann das Grundrecht auf
freie Meinungsäußerung ausgehebelt werden.

Stellen Sie sich nur mal das Machtpotential vor zu entscheiden, was
elektronisch geschrieben und verbreitet werden darf und was
nicht. Stellen Sie sich eine Partei vor, die mit diesem Monopolisten
zusammenarbeitet: Diese Partei wäre in der Lage, den Wahlkampf der
gegnerischen Parteien zu unterbinden. Oder haben Sie jemals von Hand
geschriebene Wahlplakate gesehen? Wie lange kann eine Partei ohne
elektronische Kommunikation überleben -- gerade in Zeiten, in denen
die elektronische Kommunikation ständig an Bedeutung gewinnt? Was
passiert, wenn der Staat auf solch einen Monopolisten angewiesen ist?

Bisher war es kaum möglich, die Lizenzbestimmungen (oder allgemeine
Geschäftsbedingungen) durchzusetzen, denn niemand konnte überprüfen,
was der User in seinem Kämmerlein tat. Aber diese Zeiten sind dank der
elektronischen Kommunikation vorbei. Heute sind viele Computer über
das Internet verbunden. Durch die Einführung des neuen Palladium soll
-- wie Microsoft behauptet -- der Missbrauch von Computern durch
z.B. Viren verhindert werden. Aber Achtung: Diese Technologie kann
nicht nur gegen die Verbreitung von Viren eingesetzt werden. Sie kann
auch gegen die Verbreitung einer Meinung eingesetzt werden!

Was können Sie tun? Bewusstsein schaffen! Geben Sie diesen Zettel doch
einfach dem Nächsten weiter...

Diesen Text und mehr Infos unter: {\tt http://wahrheit.net.ms/} oder
{\tt http://freiheitamende.net.ms/}.

Ein Artikel von {\tt Andreas Hofmeier.}
\end{document}

